Methode PSFL

PSFLPSFL* steht für PsychoSomatische FunktionLehre nach Methode Bet Hauschild-Sutter® (EMR-Methode Nr. 184, siehe www.emindex.ch). Frau Hauschild-Sutter (*1914) ist eine Pionierin auf dem Gebiet der Bewegungsschulung (siehe unten Artikel im «Landboten»). Die Methode ist ein integratives, dynamisches Bewegungskonzept, mit dem die Körperwahrnehmung geschult und differenziert wird, und findet Anwendung sowohl im pädagogischen wie auch im therapeutischen Rahmen.

Als Grundlage für die spezifischen Bewegungssequenzen dient die phylogenetische** und ontogenetische*** Bewegungsentwicklung des Menschen, das heisst, einerseits werden Bewegungsabläufe aus Elementen aufgebaut, die typisch für unsere biologischen Vorfahren waren (beispielsweise schlangenähnliche Bewegungen, Bärengang), andererseits aus Elementen, die aus der Bewegungsentwicklung des Individuums stammen und mit denen sich der Säugling und das Kleinkind alle nötigen Voraussetzungen wie Kraft und Koordination antrainiert (zum Beispiel rollen, sich drehen, krabbeln). Die unzähligen Kombinations- und Ausbaumöglichkeiten können optimal an die Kursteilnehmenden angepasst werden.

Der aufrechte Gang (Bewegung durch den Raum) und das Stehen finden in den Kursen immer wieder besondere Beachtung. Nicht minder berücksichtigt werden aber auch die Bodenlagen (Rücken, Bauch, Seite), die Wandlage (eine «Erfindung» von Bet Hauschild-Sutter;) sowie auch Sitzen, Vierfüsser und Kniestand. Wo vorhanden, kann auch die Ballettstange zum Zuge kommen, um ganz spezifische Muskelpartien zu bearbeiten und eine aufrechte Haltung zu fördern.

Eine weitere Besonderheit der PSFL ist der Kreis als Bewegungsablauf in verschiedensten Variationen – eine sehr effiziente Art, den Rücken (hauptsächlich die autochthone Stützmuskulatur), die Körpermitte und eigentlich den ganzen Rumpf samt Becken wirksam und zweckmässig zu trainieren. Damit lassen sich auch Haltungsfehler korrigieren. Während des Bewegungsablaufs reguliert sich die Atmung automatisch und vertieft sich, wodurch der ganze Organismus besser mit Sauerstoff versorgt wird.

Die Bewegungsabläufe werden grundsätzlich verbal angeleitet und nicht vorgezeigt. Denn das Hauptanliegen der Methode ist es, dass die Teilnehmenden ihren ganz individuellen körperlichen Ausdruck finden. Es geht nicht nur um Training im eigentlichen Sinne, sondern die PSFL verfolgt auch das Ziel, eine bewusst Vorstellung vom Bewegungsablauf und ein bewusstes Körpergefühl zu entwickeln. So kann die natürlich Bewegung wieder aufgebaut werden, unabhängig von einem äusseren (Vor-)Bild. Durch die mündliche Anleitung werden zudem die Konzentration sowie die Verbindung zwischen Denken und Bewegen gefördert.

Musik wird in der PSFL ganz gezielt eingesetzt, nicht als Hintergrundgeräusch oder rigider Rhythmusgeber. Sie ist ein gestalterisches Element, das die Qualität der Bewegung hervorholt. Sie soll auch Freude und Lust erzeugen, um so den Zugang zum Körper oder zur Bewegung zu erleichtern. Die Auswahl der Musik ist nicht zufällig, sondern soll die Teilenehmenden in ihrer Bewegungsarbeit fördern sowie das Gehör und das Rhythmusgefühl schulen.

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Für einen vertieften Einblick in die Methode empfehle ich folgende Lektüre:
Der bewegte Körper – Entfaltung und Entwicklung (Carmen Pittini / Henriette Bezzola)

Artikel im «Landboten» zum 100. Geburtstag von Bet Hauschild-Sutter vom 29.10.2014:
Pionierin von Bewegungsschule hat ihren 100. Geburtstag gefeiert

* Das PSFL-Logo wurde von K. Fluri, Zuchwil, gezeichnet und kann von den Absolventinnen und Absolventen des Heiligberg Instituts in Winterthur gegen Bezahlung verwendet werden.
** Phylogenese: Entwicklungsgeschichte der Lebewesen, ihrer Stämme und Arten im Laufe der Erdgeschichte
*** Ontogenese:
Entwicklung des Individuums von der Eizelle zum geschlechtsreifen Zustand

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